Das Biest muß sterben Stream Deutsch

Das Biest muß sterben
Der 9-jährige Sohn von Kinderbuchautor Thénier wird bei einem Autounfall getötet. Der Täter begeht Fahrerflucht. Besessen davon, Vergeltung zu üben, macht er sich auf, den Fahrer des Wagens zu ermitteln und wird alsbald beim Unternehmer Decourt, einem Ekel von Mensch, fündig. Raffiniert schleicht er sich in dessen Familie ein und wartet geduldig ab. Doch Decourt weiß bereits alles ...

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Kalla Malla
Der verwitwete Kinderbuchautor Charles Thénier lebt zurückgezogen mit seinem 9-jährigen Sohn Martin. Dieser wird plötzlich auf offener Straße von einem Auto überfahren und stirbt - der Fahrer flüchtet unerkannt. Die Ermittler der Polizei leben den Fall bald zu den Akten, doch Charles glaubt, im Unfallwagen die Fernsehschauspielerin Hélène Lanson erkannt zu haben. Unter falschem Namen macht er ihre Bekanntschaft. Hélène verliebt sich in ihn und eine Reihe von unheilvollen Verwicklungen nehmen ihren Lauf - einem dramatischen Ende entgegen... Chabrol drehte den Film 1969 und vor allem ARD und ZDF ist es zu verdanken, dass die frühen Chabrol Filme, die in den 60ern und 70ern schon erfolgreich in den Programmkinos liefen, auch einem Millionenpublikum erfolgreich zugänglich gemacht wurden. »Das Biest muss sterben« war tatsächlich in der Fernsehauswertung noch um einiges erfolgreicher und festigte den Ruf des französischen Directors als Meister des Suspence, bei dem die Inszenierugen irgendwie immer leicht und minimalistisch wirken, aber grosse Wirkung in sich haben. Seine Filme sind immer sehr anspruchsvoll, extrem spannend und mit grossem psychologischen Gespür für die Figuren inszeniert. Mit »Das Biest muß sterben« (»Que La Bête Meure«) hat Claude Chabrol 1969 eines seiner besten Werke geschaffen. Von der ersten Filmminute an wird der Zuschauer in ein düsteres, komplexes Psychodrama um Schuld und Sühne gezogen, das einen bis zur Schlusseinstellung nicht mehr loslässt. Dass es sich bei dem Täter (Jean Yanne, der »Schlachter« aus Chabrols gleichnamigem Film) um ein widerwärtiges Beispiel des Menschengeschlechts handelt, macht das Drama für das Publikum noch schwieriger, weil es sofort Charles' Mordgier teilt. Alle im Umkreis des Mörders wollen seinen Tod, so scheint es. Ähnlich wie Hitchcock spielt Chabrol mit den Gefühlen des Zuschauers. Die einzige Identifikationsfigur ist Charles, den wir auch als Erzähler hören und dessen Unglück man auf menschlicher Ebene nachvollziehen kann. Aber wie weit möchte man ihm bei der Ausübung seiner Pläne folgen? Er spielt der Schwägerin des Mörders Liebe vor, um an ihn heranzukommen (»Nach meiner Erfahrung zahlen sich vorgetäuschte Gefühle im Leben am meisten aus«, hören wir ihn sagen). Als er die zufällige Chance auf einen schnellen Mord hat, nutzt er sie nicht, weil er sein »Opfer« länger leiden sehen will. Und doch bleibt man auf seiner Seite. Wenn schlussendlich das Drama zur Tragödie griechischen Ausmaßes mutiert, ist man als Zuschauer völlig allein gelassen mit seinen Gefühlen. Im Universum von »Das Biest muß sterben« gibt es weder Schwarz noch Weiß. Das macht ihn so herausragend und immer wieder aufs Neue faszinierend.

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