Stephen King's Nachtschicht Stream Deutsch

Stephen King's Nachtschicht
Eine Textilfabrik muss von Grund auf gereinigt werden, doch im Kellergewölbe hausen mutierte Ratten. Drei Arbeiter wagen sich hinunter in das Reich der Ratten. Der darauf basierende Film wurde von King verurteilt, da es seiner Meinung nach nur um Geldmacherei mit seinem Namen ging.

Reviews

Kalla Malla
Manchmal könnte man echt weinen wenn man sieht, welchen Filmschätzen bisher ein deutsches DVD Release vergönnt bleibt. "Nachtschicht", welcher auf einer Kurzgeschichte von Altmeister Stephen King beruht, ist einer davon. Über dessen Relevanz für das Horrorgenre wurde schon an vielen Stellen referiert und obgleich ich dem Mann für unsagbar gruselige und atmosphärische Geschichten immer dankbar sein werde, muss man ganz objektiv sagen, dass "Nachtschicht" schon von Haus aus keine wahnsinnig wendungsreiche Geschichte war. Vielmehr ist es ein routinierter Fingerschwenk von King, der ähnlich routiniert von Regisseur Ralph S. Singleton umgesetzt wurde: In einer alten Spinnerei heuert man Leute an, um die Kellerräume zu säubern, die schon seit gut einem Jahrhundert nicht mehr geräumt worden sind. Wie sich herausstellt, ist das Gebäude rattenverseucht. Und in den Kavernen unter dem Gebäude wohnen einige Rattenmutationen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Man merkt recht schnell, dass man größte Mühe hatte, das Ausgansmaterial auf Spielfilmlänge zu strecken. Denn während kleinere Subplots wie eine sich anbahnende Liebschaft oder Stress zwischen Nebencharakteren noch halbwegs verschmerzbar sind und erst bei genauerer Betrachtung auffallen, kann man extrem langgezogenen und irgendwie doch ins Nichts verlaufende Dialoge dem Film schon eher negativ auslegen. Letztendlich sorgt das alles dafür, dass der Film in seiner ersten Hälfte schon durchaus kleinschrittig vorankriecht, obgleich ich persönlich keine weiteren Probleme damit hatte. Das liegt zum einen an den zweckdienlichen Charakteren und zum großen Teil am wirklich coolen Setdesign. Die nasse, nahe am Friedhof gelegene Werkstätte verströhmt eine wirklich ungute Stimmung, vorallem wenn man unserem Hauptcharakter in seiner ersten Nachtschicht über die Schulter schaut. In nahezu jeder Ecke lauert mindestens eine Ratte und der ohrenbetäubende Lärm der "Zerpflückermaschine", sowie dem ganzen Gerümpel außenrum, sorgen nicht gerade dafür, dass man sich dort großartig wohl fühlt. Relativ geschickt wird auch das Monster eingeführt, dessen Präsenz man in den ersten 60 Minuten eigentlich nur erahnen kann. Hier mal eine Klaue, da ein schleimiges Auge und die Vorfreude des Zuschauers ist perfekt. Denn alleine diese kleinen Impressionen reichen aus, um sich auf das Vieh zu freuen. Glücklicherweise bekommt es am Ende noch genug Screentime, um es in vollen Zügen genießen können, aber man war clever genug, es nie überzustrapazieren. Somit umweht die Kreatur selbst über den Abspann hinaus ein gewisses Mysterium, denn über ihre Entstehung kann nur spekulieren. Ein weiterer Pluspunkt geht, wie schon erwähnt, an die wirklich routinierte Inszenierung. Denn der Film hat im Plotbereich nichts, was den Zuschauer auch nur annähernd überraschen könnte. Und glücklicherweise wusste das auch der Regisseur, der zu keiner Sekunde einen Hehl um die Simplizität der Story macht. Es gibt hier keine Handlung mit doppeltem Boden, irgendeiner Aussage oder einem Twist. Auch die Charaktere verhalten sich den Film über genau so, wie man sie am Anfang des Filmes vorgestellt hat: wir haben den schweigsamen Protagonisten, seinen Love-Interest, den sack-gesichtigen, ausbeuterischen Chef und eine handvoll Kanonenfut... äh, Nebencharaktere. Und was auf den ersten Blick vielleicht recht negativ klingt, stellt sich eigentlich als absolut zweckdienlich da funktionierend heraus. Somit ist "Nachtschicht" ein ganz typischer Vertreter einer Stephen King Verfilmung, der vorallem durch sein tolles Set und das großartige Creaturedesign punkten kann. Die Einfachheit der Story wurde zu keiner Sekunde verschleiert, im Gegenteil, man hat sie dazu genutzt, den Streifen konsequent voranzubringen, ohne dem Zuschauer igendetwas vorzugaukeln. Der Gorepegel ist für einen solchen Film absolut stimmig und wenn man über die bemüht herausgezögerte Hinführung hinwegsieht, kann man mit "Nachtschicht" wirklich seinen Spaß haben. Denn irgendwie sind Stephen King Filme wie ein guter Freund: man hat sich schon tausendmal gesehen und hat sich eigentlich nichts neues mehr zu sagen - und trotzdem ist das (immer) Wiedersehen schön.

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